NepalHilfe Tirol sammelte 400.000 € für den Wiederaufbau

„Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und den unzähligen Spenden“, freut sich Wolfgang Nairz, Obmann des Vereins NepalHilfe Tirol, über den bisherigen Verlauf seines Spendenaufrufs für die Erdbebenhilfe in Nepal. Die Hilfsaktion konzentriert sich auf die stark betroffene Region des Solu Khumbu Gebietes, wofür neben den Geldspenden außerdem Hilfsmaterial organisiert wurde. Bereits seit 11 Jahren realisiert die NepalHilfe Tirol rund um Bergsteigerlegende Wolfgang Nairz verschiedenste Hilfsprojekte in Nepal.

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„Nach dem großen Erdbeben war es uns ein besonderes Anliegen, den Menschen zu helfen – ich habe das Erdbeben selbst vor Ort erlebt und gesehen, wie es dort aussieht – man kann nur sagen: Furchtbar!“, erklärt Wolfgang Nairz, Bergsteiger und Obmann der NepalHilfe Tirol. Die aktuelle Aktion der von Nairz ins Leben gerufenen Organisation unterstützt nun den Wiederaufbau von Krankenhäusern, Schulen, Wohnhäusern und Infrastruktur in der Region des Solu Khumbu, gemeinsam mit zwei Partner-Stiftungen vor Ort.

Als Soforthilfe wurden bereits über 200.000 € an Hilfsgeldern überwiesen und ca. 70 Tonnen an Hilfsmaterial, wie Lebensmittel, Planen, Aluminiumbleche für Dächer organisiert und an betroffene Familien verteilt. Langfristige Wiederaufbau-Maßnahmen werden nun folgen. Das gesamte Hilfsmaterial wird in Nepal gekauft, um auch die dortige Wirtschaft wieder zu stärken. Nepal-Experte Nairz, der im Juni wieder selbst zur Koordination der Hilfsprojekte im betroffenen Gebiet war, kennt die Leute vor Ort, die für die Verteilung der Gelder verantwortlich zeichnen: „Alle großzügigen Spender können sich sicher sein, dass die Spenden direkt und ohne jede Bürokratie in Nepal ankommen und verwendet werden! Dafür garantieren wir und darüber hinaus wird jede einzelne Verwendung von unseren Partnern auch dementsprechend dokumentiert.“ Vor allem der Wiederaufbau von Krankenhäusern ist vorrangig, deren Außenstellen zum Teil zerstört wurden – die medizinische Versorgung ist gewährleistet, erfolgt jedoch größtenteils unter Planen. Praktisch die gesamte Infrastruktur, darunter viele Wege, Brücken und Wasserleitungen sind kaputt. „Es ist wichtig, alles möglichst schnell wieder aufzubauen, um den Menschen rasch wieder Perspektiven bieten zu können und auch den Tourismus, als die einzige Einnahmequelle, wieder zu ermöglichen“, so die Bergsteigerlegende. Außerdem hat auch der Wiederaufbau der Schulen hohe Priorität, um die Abwanderung aus den betroffenen Gebieten zu verhindern.

Solu Khumbu: eine der wichtigsten Tourismusregionen Nepals

Das Solu Khumbu, auch als das Sherpaland bekannt, ist eine Bergregion, die mit Tirol in früherer Zeit vergleichbar ist: Dörfer, Bergbauern und traditionell gewachsener Tourismus. In diesem Gebiet leben außerdem viele Sherpas, die viele Expeditionen und Trekkingtouren begleiten. Der Tourismus stellt das Haupteinkommen für die dortige Bevölkerung dar, 70 % sind mit Lodges, Teashops oder als Trekkingführer oder Träger direkt vom Tourismus abhängig. „All diese Einkommen sind durch die Zerstörung des Erdbebens nicht mehr gegeben. Häuser, Schulen und Lodges sind total zerstört.“, zeigt sich Wolfgang Nairz zerknirscht. Im Solu Khumbu fehlt es an finanziellen Mitteln um die Schäden an den Häusern, Lodges und Teashops zu beheben bzw. diese überhaupt wieder aufzubauen. Seitens der Nepalesischen Regierung gibt es für ein total zerstörtes Haus nicht mehr als 7.000 Nep. Rupien, umgerechnet ca. 60 Euro. Die Menschen schlafen und leben zum Teil noch immer unter Planen – in einer Höhe von 3.000 bis 5.000 m Höhe und dem bereits eingesetzten Monsun ausgesetzt, der zudem weitere – schon zum Teil einsturzgefährdete – Häuser, Felder und Wasserleitungen zerstören wird. In der Region um die drei Hauptorte Namche, Chaurikharka und Khumjung/Khunde wurden schon von Sir Edmund Hillary Schulen und Wasserleitungen gebaut.

„Kommt nach Nepal – das ist die beste Hilfe für die Menschen in diesem Land!“

Wolfgang Nairz wurde gemeinsam mit weiteren Persönlichkeiten des Himalaya- Tourismus, wie u.a. Reinhold Messner oder auch Peter Hillary, vom nepalesischen Tourismusminister zum „Honorary Tourism Goodwill Ambassador“ nominiert um den Tourismus wieder anzukurbeln. Er ruft nun dazu auf, Nepal zu bereisen: „Im Großteil Nepals ist das Trekking problemlos möglich, zudem brauchen die Menschen dringend Arbeit und sind auf diese Einnahmen angewiesen.“
Jede Hilfe ist willkommen:

Spendenkonto:
Nepalhilfe Tirol
IBAN: AT86 3600 0000 0064 5895
BIC: RZTIAT22

Quelle: http://pressezone.com/promedia/presse/detail.php?we_objectID=9755